Grundlagen der Materia-Methode

Grundlagen

Da sich die Kostenentwicklung unseres heute finanziell kaum noch tragbaren Gesundheitssystems bereits vor Jahren abzeichnete, hat man sich schon 1982 Gedanken zum Thema Fitness und Gesundheit gemacht. Hieraus ist auch die nachfolgend vorgestellte Materia-Methode entstanden.

Die gefürchteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufig auf Anomalien des Bewegungsapparates zurückzuführen. Die Entstehung körperlicher Degeneration lässt sich aber nicht ohne weiteres als Tribut der Evolution verstehen. Dass der Mensch durch den Übergang von der vierbeinigen Haltung zum aufrechten Gang – mit entsprechend veränderter Statik – Wirbelsäulenbeschwerden bekommt ist nicht erwiesen. Erwiesen ist hingegen, dass durch übermäßiges Sitzen und Bewegungsmangel kaum funktionelle Impulse für die Bandscheiben erzeugt werden können, stehende und gehende Tätigkeiten sich dagegen umso positiver auswirken. Entsprechend hat der Mensch seine statisch-degenerativen Probleme nicht seitdem er aufrecht geht, sondern seitdem er zu viel sitzt.

Der Blick in ein modernes Sportstudio ist oft verwirrend – selbst für Fachleute. Die Betrachtung unterschiedlicher Trainingsgeräte lenkt von den grundlegenden Voraussetzungen ab. 95% aller Trainingsmaschinen werden im Sitzen oder im Liegen bedient. Manche dieser Geräte, besonders jene, die beim Herz-Kreislauftraining angewandt werden, zwingen den Trainierenden in die gleiche, wenn nicht gar in eine noch ungünstigere Position, als es zum Beispiel die "Schreibtisch-Haltung" wäre. Die meisten Trainingsinteressenten kommen jedoch gerade wegen Verspannungen im oberen Rücken. Das grundsätzlich als Erstmaßnahme "verordnete" Herz-Kreislauftraining wiederspricht so das eigentliche Problem. Hinzu kommt, dass die meisten Trainingsgeräte Bewegungsabläufe vorgeben, die nur in einer, höchstens zwei Arbeitsebenen durchgeführt werden (meist sagittale und frontale Ebene). Die dritte (transversale) Ebene ist hingegen selten vertreten, wenn überhaupt, dann isoliert. Die möglichen Bewegungsstadien werden somit vollständig trainiert. Nichtsdestotrotz haben Trainingsgeräte ihren Stellenwert. Es muss aber mehr über die Vorrangigkeit debattiert werden.

Die hier dargestellte Methodik ist stark am Individuum orientiert, vor allem an seinem Ist-Zustand, seinen Funktionen und deren entsprechenden individuellen Verlust- oder Gewinntendenzen, unter Berücksichtigung seines sozialen Umfeldes. Sie basiert auf dem Gesetz der Erdanziehungskraft gn = 9,81m/s2.

Die Materia-Methode

  • erzeugt, wenn sie als Herz-Kreislauf-Training angewendet wird, um ca. 30% niedrigere Laktat-Werte als herkömmliche Herz-Kreislauf-Trainingsarten. Aufgrund dessen ist sie besonders für Senioren mit einem langsameren Stoffwechsel und eingeschränkter Lymphdrainage geeignet;
  • ist unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Intellekt von Jedermann/ -frau praktizierbar;
  • ist leicht umsetzbar und mit geringem Aufwand – sowohl finanziell wie auch zeitlich – erfolgreich;
  • kann immer und überall betrieben werden und ein optimales Funktionsniveau aufbauen;
  • dokumentiert die Entwicklung des persönlichen Konditionszustandes und ist entsprechend protokollierbar;
  • ist choreographisch anwendbar;
  • hat sich als ideal zum Auf- und Abwärmen vor bzw. nach jeder Sportart erwiesen.

Entwicklung

Die innovative Methode wird seit 1982 vermittelt und dabei in Seniorenheimen, Einrichtungen der physikalischen Therapie, Sportstudios und Sportvereinen, im Bundesleistungszentrum sowie zunehmend in privat organisiert Gruppen umgesetzt. Es gibt zurzeit mindestens 70.000 Trainingsprotokolle als Nachweis für die Objektivität, Rehabilität und Validität der Trainingsmethode.

Didaktisch wird die Methode seit 1989 am Institut für Sportmedizin in Damp 2000 an Physiotherapeuten, Sportlehrer und Mediziner weitergegeben, ferner beim Landessportbund Niedersachsen, an der staatlichen Lehranstalt für Physiotherapie Ross in Hannover, im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden sowie im Auftrage einiger Krankenkassen (AOK, DAK) auf Landesebene.

Die Materia-Methode ist nicht tabellarisch orientiert. Nach und nach wurde selbst die sehr kritische medizinische Fachwelt von der Genauigkeit, Zuverlässigkeit und der wissenschaftlichen Gültigkeit überzeugt. Das Training ist ganzheitlich, da es als Ganzkörper-Training unter Einbezug gruppendynamischer Aspekte konzipiert ist. Im Vordergrund steht die Herz-Kreislauf-Versorgung, wobei die anfängliche Bewegungsenergie ohne muskuläres Sauerstoffdefizit (d.h. mit einer Belastungsdauer von 6-8 Sek. je Übung) umgesetzt wird. Die Dauer des Trainings ist zu Beginn ebenfalls eingeschränkt, angestrebt wird jedoch eine Dauer von 12 Minuten. Dabei werden die Blutgefäße durch das beschriebene Training von der Restriktion in Dilatation versetzt, um eine gleichbleibende Herzfrequenz zu gewährleisten. So wird die Laktatmenge aus dem anaeroben Energieabbau auf ihrem minimalen Niveau gehalten und die nach dem Training erforderliche Erholungszeit reduziert.

14 Jahre praktischer Umsetzung haben bestätigt, dass ein zweimaliges wöchentliches Training à 15 Minuten (12 Minuten aktiv, 3 Minuten passive Pause) langfristig durchgehalten wird, da der Umfang gering und die Anwendung überall möglich ist. Das Besondere ist, dass selbst nach einer "Zwangspause" nicht die Erinnerung an frühere Leistungen über das "neue" Trainingspensum entscheidet, sondern nach wie vor der Ist-Zustand genau ermittelt und zugrunde gelegt wird. So werden eine Überforderung und die damit verbundene Verletzungsgefahr vermieden.

Die Teilnehmer bleiben der Materia-Methode über Jahre hinweg treu und verbinden sie mit allen möglichen Sportarten. Ferner lässt sich das Programm auf die Fettreduktion, Kraft-Ausdauer, Erhöhung des Muskelquerschnitts sowie ein Krafttraining erweitern. Im Vordergrund steht der präventive Gedanke. Um dieses zu gewährleisten, muss jegliches dahingehend orientiertes Trainingskonzept hinsichtlich der Belastung, Dauer und Häufigkeit eindeutig gestaltet sein. Es ist einleuchtend, dass tänzerische oder kämpferische Sportarten die hierzu erforderliche Individualisierung nicht zulassen. Die Materia-Methode dagegen und die damit verbundene Steuerung sind eindeutig und nachvollziehbar.